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Ausgabe 02/2009

Donau schlägt Wellen – bis nach Berlin

Im Vorfeld der Internationalen Tourismusbörse in Berlin konnten Berlinbesucher dieses Jahr im wahrsten Sinne des Wortes von der Spree aus in die Donau eintauchen.

Im Spreebogenpark zwischen Hauptbahnhof und Bundestag wurden über zwei Wochen 45 Fotomotive des serbischen Künstlers Dragoljub Zamurovic zum Thema „Serbien/die Donau/die Menschen“ ausgestellt. Im Außengelände für jedermann kostenfrei zugänglich wurde die Ausstellung am 5. März feierlich im Bundestag eröffnet – im Rahmen der hier stattfindenen Präsentation des aufstrebenden Balkanlands als neue „Wirtschafts- und Tourismusdestination“. Hochrangige Vertreter aus der serbischen Politik, Wirtschaft und dem Tourismus diskutierten mit deutschen Touristikern und Parlamentariern über Möglichkeiten und Potenziale, aber auch über Grenzen und Erschwernisse dieses Donauanrainerstaates. Schirmherrin war die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Susanne Kastner.

Fotoausstellung

Dragoljub Zamurovič, Jahrgang 1947, zählt heute zu den bedeutendsten serbischen Fotokünstlern.

Nach einem Architektur- und anschließendem Fotografiestudium wurde er als Autor von Fotomonographien mit jugoslawischen Motiven bekannt. Seine Arbeiten sind international anerkannt und erhielten zahlreiche Preise. Unter dem Pseudonym „Art Zamur“ arbeitet er seit 1988 für internationale Magazine, darunter Time, Newsweek, Geo, Stern und das New York Times Magazine. Zweimal schon schafften es Aufnahmen von ihm in die „Big Pictures“ des LIFE Magazins.

Die Donau verbindet


Die Donau als Band zwischen den Kulturen und als Lebensader mit vielerlei Impulsen für Europa war es auch, was den Künstler dazu inspirierte, diesen Fluss in das Zentrum seines Ausstellungsprojektes zu rücken. Mit der Zersplitterung seiner Heimat in immer kleinere Einheiten konfrontiert, die er u. a. als Kriegsfotograf während der Jugoslawienkriege erlebte, will er mit seinen Fotos auf immer noch existente Zusammenhänge hinweisen. Doch ohne zu verallgemeinern, denn die Vielschichtigkeit und Vielseitigkeit der Völker, Traditionen und nicht zuletzt der Natur stehen immer im Mittelpunkt.

Mit Serbien als Land im Herzen der Donau, das immer im Zentrum der historischen Auseinandersetzungen, aber auch des Zusammenkommens der Donaubevölkerung stand, hat er ein Projekt begonnen, das in den nächsten Jahren über den gesamten Donauverlauf weitergeführt werden soll. Durch die großformatigen Fotos mit Landschaftsräumen und Szenen aus der Donauregion in Serbien setzten viele interessierte Besucher die Diskussionsrunde im Freien fort. Obwohl oder weil Serbien als Donauland in Deutschland eigentlich noch wenig bekannt ist, faszinierten die meist aus einem Ballon heraus aufgenommen Bilder durch ihre mitunter fast abgeklärte „Draufsicht“ und gleichzeitige Nähe. Natur, Menschen und Traditionen am Fluss erscheinen hier wie gemalte Kunstwerke, eigenartig verfremdet, obwohl sich gleichzeitig Einblicke in einen ganz gewöhnlichen Donaualltag eröffnen.

Daniela Schily, Reisejournalistin,
Beraterin National Tourismus Organisation Serbien
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