Medien, KI und Frauen aus Donauschwaben und der Ukraine: Wie Ulm dem Donauraum eine Stimme gab

Medien, KI und Frauen aus Donauschwaben und der Ukraine: Wie Ulm dem Donauraum eine Stimme gab

Beim Internationalen Donaufest 2026 in Ulm trafen sich donauschwäbische und ukrainische Frauen mit Multiplikatorinnen aus Serbien, Österreich und Deutschland zu einem 2-tägigen Workshop gegen Fake News und Online-Hass, eingebettet in eine Tagung für Demokratie. Zwischen Medientraining, gemeinsamem Abendessen im Garten und einer Fachtagung mit 150 Teilnehmenden wurde klar: Demokratie im Donauraum lebt vom persönlichen Austausch

Beim Internationalen Donaufest 2026 in Ulm trafen sich donauschwäbische und ukrainische Frauen mit Multiplikatorinnen aus Serbien, Österreich und Deutschland zu einem 2-tägigen Workshop gegen Fake News und Online-Hass, eingebettet in eine Tagung für Demokratie. Zwischen Medientraining, gemeinsamem Abendessen im Garten und einer Fachtagung mit 150 Teilnehmenden wurde klar: Demokratie im Donauraum lebt vom persönlichen Austausch – und braucht ihn dringender denn je.

In den Straßen weht schon der Duft des Internationalen Donaufestes, doch im Verschwörhaus sitzen an diesem Vormittag Frauen aus fünf Ländern zusammen und sprechen über digitale Ohnmacht – und wie man sie überwindet.

„Frauen stärken Demokratie durch kritische und proaktive Mediennutzung“ heißt der Workshop, den Danube-Networkers for Europe (DANET) e.V. mit Förderung der Baden-Württemberg Stiftung im Programm Perspektive Donau auf die Beine gestellt hat. Im Mittelpunkt: donauschwäbische und ukrainische Frauen, die zusammenfinden – flankiert von Multiplikatorinnen aus Serbien, Österreich und Deutschland. Moderatorin Sabine Geller, Chefredakteurin des europäischen Magazins danube connects, führt durch einen Tag, der wenig mit trockener Theorie zu tun hat: Journalistin Marie Claire Hildebrandt seziert Fake News und Desinformation an konkreten Beispielen, Christiana Pordes Weidel, Vorsitzende The World of NGOs, Wien, spricht offen über Online-Hass gegen Frauen. Agnes Sebestyén, Geschäftsführerin der Donauschwäbischen Kulturstiftung Ulm, stellt Fördermöglichkeiten für grenzüberschreitende, kulturelle und zivilgesellschaftliche Projekte vor. Und Gabriele Flemming vom ILEU e.V., dem Institut für virtuelles und reales Lernen in der Erwachsenenbildung Ulm, zeigt, wie sich Perplexity, ChatGPT und UmfrageOnline praktisch für Recherche, Zusammenarbeit und Projektkommunikation nutzen lassen – KI-Tools als Handwerkszeug für die eigene Projektarbeit.

Nach den Vorträgen vertiefen parallele Arbeitsgruppen das Thema weiter – von KI-Tools für Recherche und Beteiligung über die Reflexion weiblicher Identität in unterschiedlichen europäischen Gesellschaften bis hin zum Einsatz von KI bei der Projektantragstellung.

Der Abend gehört dem Garten: selbstgemachte Kässpätzle mit Röstzwiebeln, deftige Hausmannskost, dazu ein Quiz rund um die Donau und ihre Region. Zwischen Lachen und Rätselraten wird schnell klar, wie viel gemeinsame Geschichte die Region der Donau verbindet.

Am Freitag wächst die Runde zur großen Bühne: Rund 150 Teilnehmende aus allen Donauländern kommen zur Fachtagung „Demokratie braucht uns alle“ von Ileu e.V., eingeladen von Carmen Stadelhofer. Stadelhofer ist Vorsitzende gleich zweier NGOs, die sich seit langem für Kontakte, Zusammenarbeit und Vernetzung zivilgesellschaftlicher Einrichtungen im Donauraum engagieren: ILEU e.V. und Danet e.V. Der 2014 gegründete Verein DANET ist enger Partner von Ileu e.V., das in Ulm bereits das 10. Partnerschaftstreffen des informellen Bildungsnetzwerks Danube-Networkers ausrichtet – ein Netzwerk, das selbst schon seit 2008 besteht. Beide Vereine engagieren sich seit Jahren gemeinsam für den Aufbau von Kontakten, Zusammenarbeit und Vernetzung zivilgesellschaftlicher Einrichtungen im Donauraum.

Unter dem Motto „Democracy needs all of us“ wird an bunt gemischten Thementischen diskutiert, KI übersetzt simultan in zwei Sprachen. Die Bürgermeister von Ulm und Neu-Ulm sind da, ebenso Vertreter von Stiftungen und der EU-Donauraumstrategie. Am Nachmittag wurden die Ergebnisse vom Vortag in einer Diskussionsrunde ‚Frauen in Europa, Selbstbild, Identität und Heimat‘ vertieft.

Fazit: die Erkenntnis, dass sich Vernetzung nicht durch Bildschirme ersetzen lässt. Manchmal reicht dazu ein Teller Kässpätzle im Garten. Der gemeinsame Besuch beim Internationalen Donaufest, das nur alle zwei Jahre stattfindet, hat die Begegnung noch enger zusammengeschweißt: An diesem Ereignis trifft sich der gesamte Donauraum an den Ufern des zweitgrößten Flusses Europas, in einer Stadt, in der auch Albert Einstein geboren wurde – Ulm. „Nur ein für andere gelebtes Leben ist lebenswert“, hat er einst gesagt. Deshalb sind solche Begegnungen so wertvoll – und sollten beim Donaufest und darüber hinaus eine Zukunft haben.

Mirella Sidro,
Sarajevo

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