Kunst im Strom – Danubiana Meulensteen Art Museum

Kunst im Strom – Danubiana Meulensteen Art Museum

Die Lage ist schon spektakulär und ziemlich einmalig: Mitten auf einer künstlichen Landzunge in der an dieser Stelle sehr breiten Donau, im Anstaubereich für das Kraftwerk Gabcˇikovo, liegt das Danubiana Meulensteen Art Museum, in dem internationale und slowakische Gemälde, Skulpturen, Installationen und andere Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt werden. Vom etwa 20 Kilometer

Die Lage ist schon spektakulär und ziemlich einmalig: Mitten auf einer künstlichen Landzunge in der an dieser Stelle sehr breiten Donau, im Anstaubereich für das Kraftwerk Gabcˇikovo, liegt das Danubiana Meulensteen Art Museum, in dem internationale und slowakische Gemälde, Skulpturen, Installationen und andere Kunstwerke des 20. und 21. Jahrhunderts gezeigt werden.

Vom etwa 20 Kilometer entfernten Bratislava gelangt man bequem mit dem Linienbus dorthin. Die Haltestelle ist direkt vor dem Museum und macht das Danubiana damit auch zu einem Teil der kulturellen Schauseite der slowakischen Hauptstadt. Die ungarische und österreichische Nachbarschaft ist sozusagen in Sichtweite, was man vom begehbaren Dach des Museums aus gut sehen kann, oder aus der verglasten Cafeteria heraus. Das Danubiana ist also schon wegen seiner geografischen Lage im Dreiländereck Slowakei-Ungarn-Österreich ein sehr europäisches Museum.

Lenka Krčmárová, im Danubiana für die Öffentlichkeitsarbeit tätig, hebt denn auch die Besonderheit dieser Lokalität hervor. Der Skulpturengarten des Museums „erlaubt den Besucherinnen und Besuchern Kunstwerken in einem natürlichen Dialog mit der umgebenden Landschaft zu begegnen.“ Und vor allem mit der Donau, möchte man ergänzen.

In dem im September 2000 eröffneten Museum wurden, nach Angaben von Lenka Krčmárová, seither über 300 Ausstellungen internationaler und slowakischer Künstlerinnen und Künstler gezeigt – darunter auch Kunstwerke von Joan Miró, Sam Francis, Magdalena Abakanowicz und anderen.

Initiator des Museums war der niederländische Unternehmer, Mäzen und Kunstsammler Gerard Meulensteen (1943-2026). Er traf 1994 erstmals mit dem slowakischen Galeristen Vincent Polakovič zusammen, dem späteren Direktor des Danubiana. Aus dieser Verbindung heraus entstand die Idee für das Museum. Der an ein gestrandetes Schiff erinnernde helle und transparente Museumsbau stammt von dem slowakischen Architekten Peter Žalman. 2012 schenkte Meulensteen das Museum der Slowakei.

Die von Meulensteen aufgebaute Kollektion, unter anderem mit Werken von Claes Oldenburg, Christo, Corneille, Pierre Alechinsky, Magdalena Abakanowicz, Paul Jenkins, Hans Van de Bovenkamp und anderen verlieh er für 20 Jahre an das Museum. Die rund 200 Skulpturen und Gemälde der Sammlung werden in Rotation präsentiert. Das Danubiana baute und baut aber auch eine eigene Kollektion auf, mit Schwerpunkt auf zeitgenössischer slowakischer Kunst.

Die kommenden Sonderausstellungen, in einem Zeitraum von April/Mai 2026
bis Januar 2027, reichen von Fotografien, Skulpturen, Malerei, bis zu Mixed Media Projekten. „Mirror of a Shattered World“ heißt die bis Ende Mai 2026 gezeigte Ausstellung mit Werken des tschechischen Künstlers Petr Pavlik. Abstrakte Kunstwerke des slowakischen Modernisten Alojz Klimo waren von April bis Mitte Juni zu sehen. Weitere Ausstellungen präsentieren Werke des tschechischen Künstlers Lubomír Typlt, der slowakischen Künstlerin Patrícia Koyšová sowie von Milan Bočkay und Svetozár Ilavsk – beide ebenfalls aus der Slowakei.

Will man einen europäischen Vergleich zum Danubiana Museum ziehen, fällt einem gern das Louisiana Museum vor den Toren Kopenhagens ein. Hier wie dort sind das Museumsgebäude und die Sammlungen in die Landschaft integriert. Und die Lage am Wasser spielt eine große Rolle: dort der Öresund, hier die Donau.

Das Danubiana muss diesen Vergleich überhaupt nicht scheuen. Wer es besucht, setzt sich automatisch mit dem Fluss, der Donau, auseinander. Man begegnet mitten im Strom einem weiten Spektrum von zeitgenössischer, hochinteressanter Kunst. Das ist ein Donau-Erlebnis einmal ganz anders als sonst.

Bernd Weltin,
Ulm

Danubiana Meulensteen Art Museum
Öffnungszeiten: 10:00 – 18:00 Uhr
Montags geschlossen
Letzter Einlass 17.30 Uhr

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